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Derealisation/Dissoziation - Erfahrungen?

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Posted from 91.1.20.56 by native on May 09, 2024 at 14:08:09:

In Reply to: Derealisation/Dissoziation - Erfahrungen? posted by Felicitas on April 29, 2024 at 23:13:52:

Liebe Felicitas, auch dir vielen, vielen Dank für deine Antwort,

mich haben deine Impulse zum Nachdenken angeregt, auf ein paar möchte ich näher eingehen:

''Aber... wo Enttäuschung ist, ist zuvor eine Täuschung gewesen.''

Das ist sehr treffend, was du hier ansprichst. Und du hast auch sehr Recht mit meinem Frust und meiner Enttäuschung. Weißt du, wenn man hier doch im Verhältnis zum Lebensalter schon sehr lange liest und zumindest VERSUCHT, das eine oder andere hier Vermittelte zu implementieren, und überall heißt es, wenn man das alles berücksichtigt und an sich ''arbeitet'', dann wird es besser, dann kommt die Heilung, dann kommt man endlich an den Punkt, wo man sich nicht mehr jeden Tag zum Fenster rausstoßen möchte .... aber er kommt einfach nicht, dieser Punkt, wo das Leben auch nur ansatzweise lebenswert wird, eher geht es hier und da ins Gegenteilige. Ist das vielleicht Täuschung?

Und dieses Studium, dieser Umzug, eigentlich geht es gar nicht mehr darum, habe ich gemerkt, sondern ums Prinzip ''des Lebens'':

Da traut man sich mal raus aus seinem Schneckenhaus, obwohl man so ein Schisser ist, VER-TRAUT, reicht sein altes, runzliges, versteinertes Herz dem Leben hin und sagt ihm '' Ich vertraue dir, sorge für mich, ich vertraue, dass es gut wird, es darf auch mal gut werden''. Aber es wird nicht nur nicht gut, und das runzlige Herz macht seinen letzten kräftigen Schlag und zerfällt dann in seine Einzelteile. Sondern es wird so schlimm, wie man es sich nie vorstellen konnte. Und es erschüttert einen in der Tiefe, so sehr, dass man alles in Frage stellt, alles Vertrauen verliert, ins Leben, in das hier Vermittelte, und sich manchmal fragt, ob man 10 Jahre lang vergeblich etwas hinterhergelaufen ist, was einem doch nicht die erhoffte Erlösung bringen wird. Sie kommt wohl tatsächlich nicht von außen, diese Erlösung, das zu verstehen, tut weh, weil irgendwie kam sie bisher auch nicht von innen... Ich weiß nicht, ob davon jetzt irgendwas verständlich war...

''- warum ist mir dieses Studium so wichtig? - warum ist mir überhaupt ein Studium wichtig? - was will ich mit dem Studium erreichen? - welches Gefühl verspreche ich mir, wenn ich den Abschluss in den Händen halte - möchte ich Respekt / Anerkennung / Liebe? - warum ist mir dieses Gefühl so wichtig? - haben andere diese Erwartung von mir? - habe ich diese Erwartung von mir? - warum habe ich diese Erwartung? - welches Gefühl könnte der Auslöser sein? - woher kommt wirklich dieses Gefühl?''

Eigentlich wollte ich nur einen Job, bei dem ich nicht so stark 'ausbrennen' muss und Studium ist da eine der wenigen Möglichkeiten, dem zu entfliehen. Unabhängig von Karriere und sonstwas, einfach mal was tun, was einem Spaß macht, wo man man selbst sein kann, das ist nach wie vor meine Hoffung.

''und so weiter... das kann man sehr lange so fortführen und auf diesem Weg gibt es einige Überraschungen, das kann ich dir schon mal verraten. Es lohnt sich, denn alles was du vom "Unbewussten" ins "Bewusste" holst, verliert seine Bedrohung.''

Du hast natürlich Recht, mit allem, was du schreibst. Es ist einfach nur so, dass es mir immer schlechter geht, Jahr für Jahr, je mehr Unbewusstes mir bewusst wird. Eigentlich sollte es ja andersrum sein, aber irgendwie funzt das nicht. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. Vielleicht suche ich nach Erlösung eben da, wo ich sie nicht finde. Keine Ahnung.

Nietzsche sagt: “Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.”

Was auch immer das jetzt bedeutet, aber ich kann kaum Heilung sehen, obwohl ich grade wahrscheinlich klarer als je zuvor in meinen Abgrund, meinen Schatten, das Unbewusste blicke. Jedenfalls danke ich dir nochmal sehr für deine Gedanken, die haben in mir jetzt einiges zum Rollen gebracht.

Lieben Gruß

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