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Unentschieden...

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Posted from 80.130.217.116 by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:

Hallo @all, Hallo Peter!

Nachdem ich mich in den letzten Tagen sehr eingehend mit Eurer Seite beschäftigt habe, konnte ich mich nun durchringen, auch meine Geschichte niederzuschreiben, in der Hoffnung, anderen zu helfen und Antworten und mehr Klarheit zu bekommen. Ich hoffe das meine Schilderung nicht zu lang ist, aber ich verspüre irgendwie den Drang, es so zu schreiben und bemühe mich doch es in Grenzen zu halten. Vorweg möchte ich nochmal erwähnen, das ich fast den gesamten Wegweiser und sämtliche Postings gelesen habe und mir sehr viel logisch und nachvollziehbar erscheint.
Hier ist nun meine Erfahrung mit dem Tod von geliebten Menschen: Vorweg noch ein paar Fakten zu meiner Person. Ich bin männlich und werde im Oktober 28 Jahre jung. Seit meiner Kindheit wurde ich sehr häufig mit dem Tod konfrontiert. Ich sehe jetzt mal absichtlich von Klassenkameraden und anderen Bekannten ab und schreibe jetzt nur von meiner Familie. Alles fing mit meinem Opa väterlicherseits an. Er verstarb ziemlich "jung" an Krebs als ich ungefähr neun Jahre alt war. Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich sieben war. Trotzdem hatte ich zu allen ein sehr liebevolles und gutes Verhältnis. Drei Jahre darauf verstarb seine Frau. Meine liebe Omi, ebenfalls an Krebs. Mein Vater teilte mir dies am Telefon mit und sagte, "Junge, du hast mich doch noch. Natürlich war ich viel zu unerfahren und sehr sehr traurig über die Verluste. Es stellte sich ungefähr drei Jahre später heraus, das mein Vater ebenfalls Krebs hat. Es hies hinterher, das er geheilt ist.Zu seinem 47. Geburtstag, ich war 16, musste ich einfach zu ihm nach Köln fahren (bei strömenden Regen, und auf meiner kaputten 80er). Ich war zu dem Zeitpunkt in der Lehre und machte gerade Inventur, als ich einfach zu ihm fahren wollte. Ich konnte NICHT anders. Ich wollte nur zu Ihm (wie etwas das mich geführt hat). Genau eine Woche verstarb er am Krebs. Meine Mutter hat auch wieder neu geheiratet und ich bekam einen kleinen Bruder geschenkt. Mein Stiefvater war immer ein sehr sehr guter Mensch und hat mich behandelt wie seinen eigenen Sohn. Leider verstarb auch er drei Jahre später mit 46 an Krebs. Meine Mutter hat uns Kinder alleine gross gezogen. Mein Opa mütterlicherseits war immer sowas wie ein Ersatz. Er war einfach ein Bilderbuch-Opa und immer für uns da. Leider verstarb auch er an Krebs, ein paar Jahre später. Es war eine enorme Belastung und wir mussten uns mit dem Tod unserer geliebten Menschen abfinden. ALLE Menschen in meinem Freundeskreis hatten ein intaktes Familienleben und wurden kaum mit dem Tod konfrontiert. Keiner konnte so recht mit meiner Lage umgehen. Meine Freunde standen mir zwar bei und waren für mich da, aber keiner konnte es nachempfinden, wie man sich fühlt. Es war immer so, als starb auch ein Teil meiner selbst. Mit meiner Mutter hatte ich immer ein ziemlich offenes und gutes Verhältnis. Klar haben wir uns öfters mal in die Haare bekommen, aber das war kurz darauf wieder vergessen. Ich war immer sehr stolz auf meine Mutter, da sie alles alleine geregelt. Immer wieder wurde auch sie Enttäuscht. Ich weiss mittlerweile, das sie im Laufe der Zeit irgendwie sehr einsam war. Sie hatte zwar Bekannte, Freunde und eine lustige Nachbarschaftsclique. In den letzten Jahren hat sie sich öfters mal am Abend oder an Wochenenden eine Flasche Wein gegönnt oder auch Bier und andere Sachen. Mein Bruder und ich haben erst ziemlich spät erkannt, das sie ein kleines Alkoholproblem hat. Klein insofern, sie hat nie ihre Arbeit, ihren Haushalt oder UNS, IHRE KINDER vernachlässigt. Sie war immer nur für uns da und hat sich selber fast gar nichts gegönnt. Keinen Urlaub, selten unter Leute gehen. Ab und an mal vielleicht eine neue Bluse oder neue Schuhe. Sonst nichts. Wenn wir über den Alkohol geredet haben, hat sie sich immer so artikuliert, das sie uns (meinen Bruder und mich) nicht mit ihren Sorgen belastet hat. Sie wollte alles von uns fernhalten. Aber wir wussten das sie einsam ist und sie eine sehr grosse Belastung mit sich trug. Das vermuten wir zumindest. Nachdem die Jahre 2001 und 2002 für mich sehr hart gewesen sind u.a. durch die Trennung mit meiner grossen Liebe, dachte ich am Sylvesterabend noch, das es in ´03
wieder aufwärts geht. Ich muss sagen es waren wirklich harte Jahre, wo die Emotionen Achterbahn gefahren sind. Dann passierte es Ende Februar diesen Jahres. Mutti beklagte sich über Schmerzen im Bein. Es war leicht geschwollen. Ich sagte das sie sich auf der Stelle vom Arzt untersuchen lassen sollte. Sie war nie gross beim Arzt und hat sich auch fast nie Krankschreiben lassen. Lieber arbeiten gehen und nicht wegen jedem "Pfurz" zuhause bleiben war ihre Devise. Sie war, und das kann ich mit absoluter Betonung sagen, eine sehr sehr starke Frau. Sie hat nie gejammert, sich beklagt oder sonstiges in der Art und Weise. Dieses mal ist sie zum Arzt gegangen. Der wies sie mit Verdacht auf Thrombose ins Krankenhaus ein. Das war dann im März. Es vergingen drei Wochen. Sie lag im Krankenhaus und die Ärzte waren ratlos, woher diese Thrombosen kamen. Diese Affen in weiss (sorry) machten MEHRERE!!! Blutbilder und konnten angeblich NICHTS feststellen. Ich drängte zu einer Computertomographie und einer Ultraschalluntersuchung aber das hätte wohl eine Wartezeit von mehreren Wochen. Mutti bekam stark blutverdünnende Mittel und wurde entlassen. Am selben Abend (Donnerstag) war sie wieder beim Hausarzt der sie wieder ins Krankenhaus schickte. Es bildeten sich immer neue Thrombosen und die "Götter in weiss" wurden auf einmal ganz schnell (am Mo. nach diesem WE). CT, Ultraschall und dann Mi. das Ergebnis. Bösartiger Tumor in Bauchspeicheldrüse (Pankreas Karzinom). In mir brach eine Welt zusammen. Mutti war in der ganzen Zeit gelassen und optimistisch. Voller Hoffnung. Sie sagte mir, das der Oberarzt mich sprechen wollte. Von ihm erfuhr ich dann die ganze Wahrheit. Der Krebs war schon sehr weit fortgeschritten, 5,5cm in der Bauchspeicheldrüse und 5cm in der Leber mit Metastasen. Es war Horror!! Mutti entschied sich zur sofortigen Chemo. Gleich nach dem Osterwochenende. Also am Mi. eine Woche nach Diagnose. Über Ostern durfte sie zuhause bei uns sein. Sie war voller Kraft und Hoffnung. Die Chemo vertrug sie ohne Anzeichen von Nebenwirkungen und ich holte sie am Freitag aus dem KH ab. Wir gingen einkaufen und essen. Meine Arbeit habe ich hinten angestellt in der Zeit. Sie hat sich auf einen schöne Braten gefreut am WE mit Knödeln und Salat. Aber der war ihr wohl nicht gegönnt. Samstag morgen stand ich im Bad, rasierte mich gerade und mein Handy klingelte. Dem Klingeln nach war es Mutti und ich dachte das sie mich fragen will wann ich zum Essen komme. Wie gesagt, sie wollte uns allen was schönes Kochen wie es gang und gebe war bei ihr. Doch es war mein kleiner Bruder, er ist gerade 18 geworden. Er teilte mir mit, das es einen lauten Knall gab und Mutti in der Küche liegt. Bin mit dem Rasierschaum und spärlich bekleidet sofort zu den beiden gefahren. Hubschrauber, Krankenwagen, Nachbarn...alle waren da und fragten mich was los ist während ich in die Wohnung gestürmt bin. Da lag sie, auf dem Boden in der Küche, die Sosse auf dem Herd verteilt, das Salz verstreut, der Notarzt behandelte sie. Ich beugte mich über sie und sagte, das sie keine Angst haben soll und wir bei ihr sind. Sie sah mich an und ich stellte fest, das ihre ganze linke Seite gelähmt war. Mein Bruder und ich sind hinter dem Krankenwagen her gefahren. Im KH kam nach sehr langen zwei Stunden ein Arzt und er teilte uns mit, das sie einen ganz schweren Schlaganfall erlitten hat. Die ganze linke Seite vom Kopf an ist gelähmt und es wär ein Wunder, das sie überhaupt noch lebt. Sie konnte sich sehr schlecht und sehr leise mit uns in kurzen Sätzen oder Worten unterhalten. Immer wieder wollte sie aufstehen und nach Hause in ihr Bett. Wir mussten ihr mehr als nur gut zureden das sie liegen bleibt. Es war für sie das schlimmste überhaupt, das wir sie so hilflos sehen mussten. Sie wurde immer schwächer und am Di. konnte sie nur noch leicht unsere Hände halten. Wir taten alles was wir konnten um das Leiden zu schwächen. Am Mi. war sie gar nicht mehr ansprechbar und verstarb Abends um 23.30 Uhr. Es war der 29.04.03. Genau einen Monat vor ihrem 49. Geburtstag. Seit dieser Zeit weiss ich nicht mehr ein und aus. Das war zu viel, nicht auch noch Mutti. Zwei Wochen von Diagnosestellung bis Tod. Alles ist so unwirklich. Was zum Teufel soll das alles??? Wie gehts jetzt weiter? Was wird aus meinem kleinen Bruder den ich sehr liebe? Ich komme nicht an ihn ran, er ist verschlossen und ich weiss nicht mehr weiter. Sehr gerne würde ich Mutti fragen. Auch wenn die Trauer und die Schmerzen sehr gross sind, haben mir diese Seiten doch einiges geholfen, aber die Antwort auf meine Fragen könnte mir wohl nur Mutti geben. Früher hatte ich öfters Träume von Dingen die sich später ereigneten. Oder das Gefühl bei meinem Vater... Jetzt habe ich nichts, kein Gefühl der Nähe o.ä. Wozu würdet Ihr mir raten? Soll ich eine Sitzung abhalten? Was sollen diese frühen Tode von geliebten Menschen? Plan????? Schicksal?? Zufall??




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Unentschieden...


Posted from 80.134.47.130 by Claudia on August 21, 2003 at 22:37:26:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Hallo Manu,

ich bin sehr berührt von Deiner Gesichte und es tut mir sehr leid, daß nun auch noch Deine Mutter verstorben ist. Sicherlich ist es nicht leicht für Dich und Deinen Bruder.

Aber es ist auch schön, daß Du hierher gefunden hast. Ich kann Dich sehr gut verstehen und weiß, was Du jetzt durchmachst.

Auch mir hat das Lesen hier im Wegweiser sehr geholfen. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber für mich hat sich eine Tür geöffnet von der ich vorher nicht wußte, daß sie existiert.

Rede mit Deiner Mama, sie hört Dich und sieht ja wie verzweifelt und unglücklich Du bist. Bitte sie darum, daß ihr Euch in Deinen Träumen treffen könnt. Vielleicht wird das nicht sofort passieren, aber habe Geduld.

Ganz liebe Grüße
Claudia


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Posted from 217.4.55.45 by Nostarges on August 21, 2003 at 23:00:53:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Hallo, Manu,

mußte ein paar Mal schlucken bei Deinem Beitrag. Es spricht so viel Liebe für Deine Mama aus den Zeilen...

Es tut mir sehr leid, daß Du so viele Menschen hast gehen lassen müssen. Und ich kann sehr gut nachvollziehen, daß es Dir jetzt endgültig den Boden unter den Füßen weggerissen hat :-(, zumal Du Dich ja auch noch um Deinen Bruder sorgst, Dich für ihn natürlich verantwortlich fühlst. Und mitleidest, weil er eben nicht über seine Trauer spricht.

--Zwei Wochen von Diagnosestellung bis Tod--

Das ist heftig. Aber es hätte auch nichts geändert, wenn Ihr es schon länger gewußt hättet. Der Schmerz ist so oder so da. Der Tod an sich trifft uns immer, egal, ob wir schon länger mit der möglichen Tatsache konfrontiert wurden oder ob es "plötzlich" passiert. Schau, Deine Mama hat nicht lange leiden müssen. Pankreas-Ca. ist so ziemlich das übelste und qualvollste... :-( Freue Dich für Deine Mama, daß ihr ein langer Leidensweg erspart wurde.

--Was wird aus meinem kleinen Bruder den ich sehr liebe? Ich komme nicht an ihn ran, er ist verschlossen und ich weiss nicht mehr weiter. Sehr gerne würde ich Mutti fragen.--

Es ist ganz wichtig für Deinen Bruder, daß er seine Trauer auch zuläßt und sie lebt. Trauer ist immens wichtig, man muß sie aber erarbeiten und durchleben. Notfalls "zwingst" Du ihn zu einem Gespräch. Aber er kann nicht so weiterleben, als ob nichts passiert ist, weil das Leben eben nicht mehr das gleiche ist.

--Früher hatte ich öfters Träume von Dingen die sich später ereigneten. Oder das Gefühl bei meinem Vater... Jetzt habe ich nichts, kein Gefühl der Nähe --

Du bist auch blockiert durch Deine Trauer, das ist vollkommen normal. Bitte doch um einen Kontakt vor dem Einschlafen. Im Traum ist der Kontakt leichter herzustellen. Und Du bist zumindest sensitiv, denke ich, also denke ich, daß ein solcher Kontakt sicher klappt. Vielleicht nicht sofort, aber später sicher. Vielleicht hattest Du auch schon kleinere Zeichen, die Du einfach nicht als diese erkannt hast..

--Soll ich eine Sitzung abhalten? Was sollen diese frühen Tode von geliebten Menschen? Plan????? Schicksal?? Zufall?? --

Dazu kann ich Dir nicht viel sagen... Zufälle per se gibt es nicht, alles, was passiert, hat einen Grund. Es sind die Pläne, die uns alle zu dem treiben, was wir erleben wollen. Horch in Dich rein, wenn Du meinst, Du möchtest eine Sitzung machen, dann mach das. Aber vielleicht, mit etwas Zeit und intensiverem WW-Studium wird eine vielleicht Sitzung nicht mehr nötig sein? Vielleicht bekommst Du auch so alleine Deine Beweise und Antworten auf Deine Fragen?

Ich wünsch Dir alles Liebe und die nötige Kraft
Nosti


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Unentschieden...


Posted from 212.197.142.117 by Murli on August 22, 2003 at 00:15:28:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Hallo Manu,

was ich da gelesen habe ist wirklich sehr hart. Ich weis nicht ob ich Dir helfen kann, da ich weder Dich noch deinen Bruder kenne. Aber habt ihr mal versucht gemeinsam zu Trauern,ohne das einer führ den anderen den Starken spielen wollte, sondern zeigt euch eure wirklichen Gefühle.
Falls das jetzt Schwachsinn war bitte vergiß es gleich wieder.
Ich wünsch Euch Beiden das ihr es schafft.

Liebe Grüße

Murli


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Posted from 80.146.117.246 by Hope on August 22, 2003 at 09:17:09:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Lieber Manu!

Oh ja...das ist hart! Zwar ist jede Situation unterschiedlich, doch auch ich habe schon einige Mitglieder meiner Familie verloren und kann es dir (wahrscheinlich eben aber auch nur annähernd) nachfühlen...Ich habe innerhalb von 2 Jahren bestimmt an über 20 Beerdigungen teilgenommen...darunter auch die meiner Mutter...

Ich kenne dieses Gefühl...ein Gemisch aus Trauer und dem Gefühl der Verantwortung für die anderen Hinterbliebenen (insbesondere Geschwister)! Innerhalb des "Restes" der Familie gab es dann aber auch einen starken Zusammenhalt! Und den sehe ich bei Euch auch...Das ist sehr viel!

Auch wenn der Tod eurer Mutter nun schon ein paar Monate her ist, steht dein Bruder sicherlich immer noch unter Schock! Gib ihm das Gefühl für ihn da zu sein. Sag es ihm. Wenn dann der Zeitpunkt da ist, wird er sich dir sicher öffnen...Gib ihm, aber auch dir(!) Zeit...!

Deine Mutti ist um Euch! Und somit gebe auch ich dir gerne den Rat, auch jetzt noch mit deiner Mutti zu reden. Erzähle ihr von deinen Gefühlen, von deinen Ängsten, deinen Sorgen...Lebe Deine Trauer aus! Halte nichts zurück!

Ich wünsche Dir und deinem Bruder viel, viel Kraft!

Lese den WW ruhig weiter! Das ist eine richtig gute Sache! Und wenn du Fragen hast, einfach posten!

In Gedanken umarme ich dich!
Alles Liebe!
Hope


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Unentschieden...


Posted from 172.177.231.112 by Coco on August 22, 2003 at 11:07:56:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Hallo Manu,

schön, dass du zu uns gefunden hast! Der Weg, der dich hierher geführt hat, war leider sehr hart.

Du stellst einige Fragen am Schluss deines Beitrags:

> Soll ich eine Sitzung abhalten?

Die Sitzung würdest nicht du selbst abhalten, sondern Peter würde stellvertretend für dich über ein Medium Kontakt mit deiner Mutti aufnehmen. Aber ich nehme an, das ist auch das, was du meintest :-). Diese Frage, Manu, kannst eigentlich nur du selbst dir beantworten. Wenn du das Gefühl hast, dass es dir gut tun und helfen könnte, dann wende dich an Caro (findest du im Ressort unter "Ich will eine Sitzung haben").

> Was sollen diese frühen Tode von geliebten Menschen?

Wenn du schon ein bisschen länger hier mitgelesen oder dich mit dem Wegweiser beschäftigt hast, ist dir bestimmt schon öfter das Wort "Weckruf" untergekommen. "Weckruf" bedeutet, dass du durch ein herausragendes Ereignis dazu gebracht wirst, dich mit dem Leben nach dem Tod und dem Jenseits zu beschäftigen. Einige Menschen brauchen nur einen einzigen Weckruf, andere hingegen sehr viele, bis sie "erwachen".

> Plan????? Schicksal?? Zufall??

All das, was diesen geliebten Menschen aus deiner nächsten Umgebung widerfahren ist, Manu, geschah nach Plan. Nicht nur nach dem Plan eines jeden Einzelnen, sondern die Pläne wurden auch von allen Beteiligten miteinander abgestimmt, bevor sie hier inkarniert haben. Vermutlich bist du darüber informiert, dass wir unsere Pläne selbst wählen (allerdings eben in Übereinkunft mit den anderen aus unserer Seelenfamilie) und du hast dir einen sehr schweren Plan gewählt. Den detaillierten Sinn deines Plans kannst du zu Lebzeiten hier während deiner Inkarnation noch nicht in vollem Ausmaß verstehen, deswegen kann ihn dir auch niemand von uns umfassend erklären. Den gesamten Sinn deines Plans wirst du erst nach deinem eigenen "Tod" und nachdem du anschließend verschiedene Bewusstseinsebenen durchlaufen hast, verstehen. Während einer Inkarnation geht es der Seele ja in erster Linie um ein ERLEBEN - vor allem von Gefühlen und es sieht so aus, als wollte deine Seele SEHR intensiv empfinden, was manchmal leider nur über den Weg einschneidender Verluste möglich ist.

Lieber Manu, du bist so tapfer gewesen in all den vergangenen Jahren. Ich wünsche dir sehr viel Kraft! Wenn du weitere Fragen oder Anliegen hast, kannst du dich gerne an uns wenden, denn dafür sind wir da.

Liebe Grüße

Coco




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Unentschieden... Danke Euch allen!! Wie gehts weiter?


Posted from 217.225.47.244 by Manu on August 22, 2003 at 14:44:23:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


Ich danke Euch für Eure liebevolle Unterstützung! Es tut sehr gut, diese Ratschläge und Erfahrungen zu lesen. Wir sind nicht allein und es sind alles Menschen die Leid erfahren haben. Ich bin sehr froh darüber hierher gefunden zu haben.
Ich möchte sehr gerne mehr wissen und erfahren. Manche Zusammenhänge erkenne ich leider nicht so ganz, auch wenn es (zumindest das meiste) sehr plausibel klingt. Da ich ein sehr logisch denkender Mensch bin, der alles kombiniert und immer alles versucht rational zu sehen, fällt oder fiel es mir am Anfang sehr schwer, gewisse Sachen nachzuvollziehen. Deswegen sollte man wohl auch wirklich bei der Einleitung von Peter anfangen und sich nach unten durcharbeiten. In meinem Posting habe ich sehr viele Sachen (weitere Schicksalsschläge) ausgelassen. Vor einigen Jahren habe ich mir öfters die Fragen gestellt, warum ich? warum das alles? etc... Als Antwort nahm ich dann die, die mir am plausibelsten erschien, nachdem ich nachgedacht habe, nämlich die, da es etwas gibt was uns steuert und uns etwas sagen will bzw. das wir lernen sollen. Diesen Gedanken verdrängte ich nach und nach. Durch diese Seite bin ich erneut zu dieser Erkenntnis gekommen :-) ...so traurig und belastend auch alles ist. Ich frage Euch: Kann es sein, das mein bisheriger Weg so planlos verlaufen ist, eben weil ich so ein logisch und rationaler Mensch bin und immer gegen meinen Plan gehandelt habe? Lässt der Plan andere Wege zu, im Sinne von, wenn ich so handel passiert das, wenn ich das tue oder nicht tue passiert das andere??? Kann es so sein?? Warum haben mir meine anderen Verwandten kein Zeichen zukommen lassen? Weil ich so bin wie ich bin? Habe es mit Entspannung und reden versucht. Soll ich alleine herausfinden wie ich mit meinem Bruder umgehen muss? Habe mit ihm über fünf Stunden geredet und ihm gesagt und gezeigt das ich für ihn da bin und das ich ihn liebe und das wir beide die einzigen sind die uns noch haben und das ich keine Vaterrolle spielen will, so wie er es immer gesehen hat. Habe ihm versucht zu erklären, das ich nur das beste für ihn will und mich für ihn verantwortlich fühle. Wahrscheinlich spielt auch der Altersunterschied von 10 Jahren eine grosse Rolle dabei und unsere unterschiedlichen Erfahrungen?!? Mache ich den Fehler, den WW auf mein Leben umzumünzen um zu verstehen?? Oder MUSS ich das tun? Wie Ihr sicherlich merkt bin ich sehr verwirrt momentan. Ich WILL verstehen! Coco hat in dem Beitrag "Wieviel kann der Mensch noch verkraften geschrieben:

>Den Sinn des Plans schon hier während der Inkarnation zu verstehen, ist sehr schwer bis unmöglich und auch unsere Guides dürfen uns normalerweise nichts über unseren Plan verraten. Manchmal gelingt es aber, selbst zumindest kleine Puzzleteilchen zu einem verständlichen Ausschnitt zusammenzusetzen, aber das kann man nicht erzwingen.

Wie kann ich auch nur annährend einen Teil des Planes herausfinden? Damit meine ich klare Antworten die ich mir dann zusammenbasteln kann. Seit Muttis Tod komme ich aus dem "grübeln" und nachdenken nicht mehr raus. Kann nicht mehr abschalten. Ich WILL wissen. Kann mir dabei nur ein Medium helfen wenn ich selber nicht in der Lage bin, es herauszufinden? Soll ich es lernen?? Wahrscheinlich wird es Euch klarer sein, da Ihr meine Situation objektiver seht als ich es leider selber kann (momentan noch hoffe ich).

Alles was ich mir wünsche ist ein Zeichen das ich verstehe oder nur ein kleiner Beweis von Mutti oder meinen anderen Verwandten. Diese Seite, Eure Erfahrungen und der WW sind meine letzte Hilfe und der letzte Ausweg nicht durchzudrehen. Leider habe ich meine Arbeit in den letzten Monaten sehr vernachlässigt, weil ich keine Motivation mehr hatte. Ich habe mich vor zwei Jahren selbständig gemacht und habe sehr viel Kraft und Motivation aus meiner Mutter gewonnen, weil ich ihr etwas beweisen wollte. Sie sollte stolz sein, was sie wohl auch gewesen ist. Ich wollte so schnell wie möglich nach vorne kommen. Habe es auch ziemlich gut geschafft, trotz vieler vieler Hürden und Schwierigkeiten. Dann kam halt der nächste grosse Schlag. Jetzt müssen wir schauen das es finanziell auch wieder nach oben geht. Momentan ist mein Fixkostenapparat ENORM hoch, was auch mit durch drei Mieten bedingt ist. Diese Postings sind so lang, weil ich möchte das ihr die Situation und alles was dazu gehört erkennt, in der Hoffnung, das Ihr besser auf meine Sache eingehen könnt. Es ist merkwürdig das immer etwas passiert, wenn es mir "halbwegs" gut geht. Das haben wir uns so ausgesucht?? Kann sehr gut sein, würde aber voraussetzen, das meine Seele auch einen grossen Anteil meiner menschlichen Persönlichkeit hat, nämlich die von Manuel. Dann könnte ich es verstehen. Mein Vater und mein Stiefvater waren beruflich beide sehr erfolgreich und trotzdem haben sie nichts davon gehabt.

Meine nächste Frage ist zum Thema Sternzeichen. Damit habe ich mich schon sehr lange ausführlich und intensiv beschäftigt. Ich bin eine Waage und auch der festen Überzeugung, das unsere Persönlichkeiten und Charakterisierungen, auch in Kombination mit unserem Aszendenten sehr passend sind. Inwieweit nimmt unser Sternzeichen Einfluss auf uns? Wo sind die Zusammenhänge zwischen Plan und Sternzeichen?

Euer Manu



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Unentschieden... Danke Euch allen!! Wie gehts weiter?


Posted from 172.179.60.196 by Coco on August 22, 2003 at 17:46:03:
In Reply to: Unentschieden... Danke Euch allen!! Wie gehts weiter? posted by Manu on August 22, 2003 at 14:44:23:


Hallo Manu,

ich schon wieder :-)))! Danke für dein Vertrauen, uns alles, was dich bewegt, so offen zu schildern.

Du zitierst mich in deinem obigen Posting und ich möchte dir gerne noch ein paar Erklärungen dazu geben.

Leider ist es so, dass wir es nicht ERZWINGEN können, einzelne Puzzleteilchen oder Zusammenhänge unseres Plans zu verstehen.

Bei mir selbst war es so, dass auf jedes schlimmes Ereignis immer irgendein anderes Ereignis folgte, das mir die Erklärung dafür gab, warum ich zunächst das negative erleben musste.

Ein Beispiel:

Ich hatte jahrelang einen Job, der für mich so ziemlich die "Hölle" war. Da ich aber dachte, dass es zumindest eine sichere Stelle ist und ich nicht sehr risikofreudig bin, sah ich mich nach nichts Neuem um und litt still vor mich hin. Vor einem Jahr beschloss mein damaliger Chef, sich selbständig zu machen und da seine Stelle nicht neu besetzt wurde, verlor ich als seine Assistentin meinen Job. Meiner Tätigkeit als solcher trauerte ich natürlich nicht nach, aber ich wurde von einer wahnsinnigen Existenzangst gepackt. Innerhalb von sechs Wochen verlor ich ca. 10 kg an Gewicht, brachte keinen Bissen zu essen herunter und eine schlaflose Nacht jagte die nächste. Wie durch einen "Zufall" fand ich schließlich einen neuen Job. Auch wenn ich mich mit der Tätigkeit als solcher mitunter nicht 100-prozentig identifizieren kann, habe ich jetzt aber im Gegensatz zu früher einen super netten Chef, tolle Kollegen und eine Arbeitsatmosphäre, in der ich mich sehr wohl fühle.

Zunächst waren da also die schlimmen Jahre im früheren Job und die Kündigung, die mich wirklich zur Verzweiflung brachten. Hinterher stellte sich aber eben heraus, dass genau dieser Jobverlust für mich ein riesiger Glücksfall war, denn ohne diesen Anlass hätte ich nie den neuen Job mit all seinen positiven Begleitumständen bekommen. Und so ging es mit vielen Ereignissen in meinem Leben. Hinterher war mir dann immer klar, dass erst das eine geschehen MUSSTE, damit das andere kommen konnte, aber es geschah automatisch, ohne mein Zutun.

In deinem Fall ist das sicher sehr viel schwieriger.

Ich denke aber genau wie die anderen (und offensichtlich auch du selbst), dass es eine gute Idee ist, sich mit dem Ressort und dem Wegweiser intensiv zu beschäftigen. Du wirst dadurch für viele Zusammenhänge mehr Verständnis entwickeln und ich glaube, der Wegweiser wird auch den Großteil deiner Fragen beantworten (wenn auch nicht gleich am Anfang!). Leider ist es ja unmöglich, hier den Inhalt des Wegweisers in Kurzform widerzugeben und vor allem ist es auch nicht Sinn der Sache, denn du musst dich wirklich sehr detailliert damit auseinandersetzen und schauen, ob du das, was du darin lernst und erfährst, für dich persönlich auch annehmen kannst.

Noch ein Wort zu den Sternzeichen: Ich bezweifle, dass du hier im Forum jemanden findest, der dir da weiterhelfen kann, denn bei jenseits-de konzentrieren wir uns auf die Lehre von Sara (Peters Guide) und die anderer hoher jenseitiger Lehrer.

Was die erwünschten Zeichen von deiner Mutti angehen: Ich denke, du hast welche erhalten, ohne dir dessen bewusst gewesen zu sein. Zum einen weißt du ja vielleicht bereits, dass wir im Schlaf mit den jenseitigen Seelen kommunizieren können (uns aber leider morgens nach dem Aufwachen nicht mehr daran erinnern), zum anderen muss man manchmal schon sehr "wachsam" sein, um die Zeichen zu erkennen und auch als solche zu interpretieren, was dir als - wie du schreibst - sehr logisch und rational denkender Mensch vielleicht schwerer fällt als anderen. Allerdings sehe ich in dir auch die sehr emotionale Seite (beispielsweise in den Gedanken, die du dir um deinen Bruder machst).

Manu, hast du dir auch einmal Gedanken darüber gemacht, vielleicht einen Teil der Verantwortung deinem Bruder gegenüber in fachliche Hände abzugeben? Oft ist es leichter für einen Menschen, sich einer "neutralen" Person gegenüber zu öffen als gerade demjenigen, der einem am nächsten steht und man nimmt auch von dort leichter Hilfe an. Vielleicht "blockiert" dein Bruder dir gegenüber, weil er dich nicht auch noch mit seinen Problemen belasten will, zumal er sieht, wie schwer du an allem anderen zu tragen hast.

Solltest du ein Reading planen, so ist auch in diesem Fall der Wegweiser eine gute Vorbereitung, denn du wirst dann vieles in Zusammenhang mit dem Reading besser verstehen können.

Gib' jetzt nicht auf, Manu - gerade jetzt bekommt dein Leben durch den/die Weckruf(e) möglicherweise eine ganz andere Wendung, denn ich denke, jeder von uns hat dadurch angefangen, die Dinge mit neuen Augen zu sehen!

Liebe Grüße

Coco




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Unentschieden...


Posted from 195.93.73.20 by Cayenne on August 25, 2003 at 00:12:15:
In Reply to: Unentschieden... posted by Manu on August 21, 2003 at 20:25:47:


hallo manuel,

daß du deine geschichte ins forum geschrieben hast, halte ich für eine gute idee. ich selbst habe mich in meiner trauer monatelang verschlossen, wollte nicht darüber reden und niemanden sehen. erst nachdem ich anfing darüber zu sprechen, ging es mir langsam besser.

ich finde es großartig, daß du dich so um deinen bruder kümmerst. 18 ist sicher ein schwieriges alter, oder? vielleicht kann ich dir auch noch raten, darauf zu achten, daß dein bruder nicht "dicht macht". wahrscheinlich geht es ihm deutlich schlechter als dir (dadurch bedingt, daß er eure mama immer noch um sich hatte, während du schon ausgezogen warst). leute, die sehr jung ihre mutter verlieren, werden oft von merkwürdigen gefühlen gequält - sowas wie wut z.b. - die dein bruder evtl. (noch) nicht verstehen kann, oder wofür er sich vielleicht sogar schämt.

es tut mir unsagbar leid, was euch passiert ist und ich kann ein stück weit mitfühlen. aber die trauer kann euch leider niemand abnehmen. ich weiß nur, daß es mit der zeit leichter wird... vor allem dann, wenn man davon erzählen kann. du bist also auf dem richtigen weg. mach weiter so, schreib alles auf, was dich bedrückt... und rede weiter mit deinem bruder.

was deine vielen fragen betrifft, denke ich auch, daß es noch ein wenig zu früh ist. du sagst selbst, daß du immer der realist warst. außerdem bist du durch trauer und verzweiflung blockiert. das gibt sich mit der zeit und du wirst antworten bekommen, ohne fragen zu müssen...

alles liebe und melde dich bald wieder
cayenne


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