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Warum wird es immer schlimmer???[ Alle Antworten ] [ zurück zum Archiv ] [ Forum ]
Posted from 213.54.212.205 by Michi on July 13, 2003 at 22:26:50:
Hallo an Alle!!!!
Auch wenn ich an ein Jenseits glaube und ich jetzt auch schon viele Zeichen von meiner Mami bekommen habe, geht es mir immer schlechter. Eine Zeit lang habe ich geglaubt damit einigermaßen klar zu kommen Aber jetzt wird es immer schlimmer. Sie fehlt mir so unendlich das ich es nicht beschreiben kann. Ich bekomme Depressionen das ich am liebsten im Bett liegen bleiben würde. Wenn ich meine Kinder nicht hätte würde ich es auch bestimmt machen. Außen hin zeige ich meine Gefühle nicht so, aber wenn alle wüßten wie es in mir aussieht. Ich denke beim einschlafen, nachts, beim auf wachen und den ganzen Tag über nur an Sie. Ich kann es mir nicht vorstellen sie nicht mehr zu sehen. Auch wenn ich weiß das es etwas danach gibt tröstet es mich momentan nicht mehr. Ich kann sie doch nicht in die Arme nehmen und ihr sagen das ich sie so sehr liebe. Sie kann nicht mehr bei Problemen helfen. Ich kann nicht mehr mit ihr telefonieren usw. Ich habe auch ständig starke Kopfschmerzen so das ich bald zum Neurologen gehe. Sorry, aber ich mußte das alles mal los werden. Eure Michi
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@Michi
Posted from 62.104.207.64 by :-) on July 13, 2003 at 22:50:33: In Reply to: Warum wird es immer schlimmer??? posted by Michi on July 13, 2003 at 22:26:50:
Liebe Michi, zunächst einmal: Ich kann Dich - gerade jetzt - sehr gut verstehen, da ich mich selbst mal wieder in so einer Phase befinde. "I've got the blues...." - naja, ich fange dann an, wie verrückt Gedichte zu schreiben für mein Kind - das ist meine Art, mit diesen intermittierenden Zuständen fertig zu werden. Vielleicht aber nicht jedermanns Weg.... Michi, ich fände es gut, wenn Du Dich einem (guten) Psychologen anvertrauen würdest und Dir pflanzliche Präparate gegen Deine Depressionen verschreiben lassen würdest, um zunächst die Symptome zu lindern. Außerdem ist es überaus WICHTIG, auch im AUSSEN seine Trauer zeigen zu können; verstecke sie nicht, behindere sie nicht - denn sie ist überaus wichtig! Nur wenn Du sie zuläßt, kannst Du sie allmählich verarbeiten!
Wünsch' Dir viel Kraft, auch Du wirst das schaffen! Liebe Grüße v. :-)
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(3558)
Warum wird es immer schlimmer???
Posted from 80.131.220.135 by Andrea on July 13, 2003 at 23:50:41: In Reply to: Warum wird es immer schlimmer??? posted by Michi on July 13, 2003 at 22:26:50:
Hallo Michi,
meine Mutter ist auch erst vor kurzem verstorben, ich kann Dich sehr gut verstehen. Es geht mir wie Dir, sie war für mich alles, der wichtigste Mensch im Leben und auch beste Freundin. Wenn es mir zu sehr weh tut, ich meine damit, wenn ich bemerke, dass mich die Trauer wieder allzu sehr überkommt, dann mache ich mir immer wieder klar wie krank sie doch war und dass sie so schreckliche Schmerzen hatte und dass es ihr dort wo sie jetzt ist gut geht, dass sie nicht mehr leiden muss. Ferner sage ich mir immer wieder, dass der Zeitpunkt des Todes vorbestimmt ist. Nichts aber auch gar nichts hätte dies verhindern können. Es schmerzt natürlich trotzdem sehr, aber diese Denkweise hilft mir immer wieder loszulassen, zu akzeptieren. Des weiteren versuche ich dann meine Gedanken darauf zu richten, dass sie ja trotzdem noch da ist, sie kann mich ja jederzeit hören und dass meine übergrosse Trauer sie hindert weiterzugehen. Liebe heisst auch loslassen können. Das ist der grösste Liebesbeweis an unsere Mütter. Ich weiss es fällt unheimlich schwer, aber glaube mir, es geht. Ich hoffe, dass ich Dir wenigstens etwas helfen konnte. Alles liebe Andrea
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(3574)
Warum wird es immer schlimmer???
Posted from 195.93.73.20 by Cayenne on July 14, 2003 at 23:31:09: In Reply to: Warum wird es immer schlimmer??? posted by Michi on July 13, 2003 at 22:26:50:
liebe michi, im grunde hast du selbst erzählt, weshalb "es immer schlimmer" wird. weil du nach außen die starke spielst. wie lange willst du das durchhalten? alle, auch deine kinder, dürfen ruhig sehen, daß du,ihre mama, traurig ist. du solltest deine gefühle nicht zurück halten. letztendlich tust du niemandem damit einen gefallen, auch deinen kindern nicht. (denn was nutzt es ihnen, wenn ihre mama eines tages vollkommen zusammen bricht??) du solltest so oft wie möglich über deine trauer, deinen schmerz reden. das befreit dich ein stück davon. dein posting zeigt doch sehr deutlich, daß du eher jemand bist, der sich ständig zurück hält - beispiel: "sorry, aber ich mußte das alles mal los werden". natürlich mußt du das!! immer und immer wieder!! bis es "raus" ist und erst dann wird es dir allmählich besser gehen. ich spreche aus eigener erfahrung. alles liebe.. und melde dich wieder, würde mich freuen cayenne
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(3581)
Hi Cayenne, Andrea und -:)
Posted from 213.54.213.140 by Michi on July 15, 2003 at 21:47:46: In Reply to: Warum wird es immer schlimmer??? posted by Michi on July 13, 2003 at 22:26:50:
Hallo!
Danke für eure tröstlichen Worte. Es ist eben total schwer für mich, da meine Mama auch bei mir zu Hause sehr sehr quallvoll gestorben ist. Momentan bin ich wieder mal in der Verdrängphase!! Nicht dran denken... Werde aber zum Psychologen gehen, was meint ihr'?? Bis bald und nochmals Danke Michi
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(3582)
Hi Cayenne, Andrea und -:)
Posted from 80.131.223.60 by Andrea on July 15, 2003 at 23:51:58: In Reply to: Hi Cayenne, Andrea und -:) posted by Michi on July 15, 2003 at 21:47:46:
Meine Mutter ist auch zuhause mit starken Schmerzen verstorben und ich war dabei. Mit dieser Situation gehe ich so um, dass ich mir die Nahtoderlebnisse über die ich inzwischen einiges gelesen habe vor Augen halte. Bei diesen "Sterbeerlebnissen" leiden oder litten die "Sterbenden" kaum oder fast gar nicht. Es wird des öfteren erwähnt, dass die Seele schon vor dem "Tod" den Körper verlässt (oft sogar mehrere Male), so dass deshalb keine Schmerzen verspürt werden. Durch diese Erkenntnis kann ich mit dem für mich furchtbaren Erlebnis umgehen. Ich bin mir sicher, dass es für meine Mutter ganz und gar nicht so schrecklich war, wie für mich. Bei deiner Mutter war es ganz sicher ebenso.
Du schreibst, dass Du dich gerade in der Verdrängungsphase befindest, dazu habe ich die Erfahrung gemacht, dass es zeitweise gut ist zu verdrängen um sich wieder einigermassen körperlich und seelisch erholen zu können. Doch danach ist es auch wieder genauso wichtig die Trauer zuzulassen. In dieser Zeit weine ich dann wieder sehr viel und lasse bewusst die Gedanken an meine Mutter zu, um alles verarbeiten zu können, in der ganz grossen Hoffnung, dass die Zeit ganz sicher "die Wunden etwas heilt". Ganz schliessen wird sich diese Wunde sicherlich nie, aber wir können sicher irgendwann auch mal wieder normaler damit umgehen und dann nicht nur die schmerzlichen, schlechten Dinge sehen, sondern dankbar sein, dass wir solche Mütter gehabt haben (und immer noch haben) und uns über die schönen Erinnerungen freuen und diese auch immer in unseren Herzen tragen. Zu Deiner Frage bzgl. Psychologen kann ich nicht so viel sagen. Aber wenn Du das Gefühl hast, dass Du alleine nicht damit fertig werden kannst, ist dies sicherlich hilfreich. Vielleicht hilft Dir auch noch die Überlegung, dass Deine Mutter bestimmt sehr traurig ist, dass Du so leidest und sie sicher sehr stolz auf Dich wäre, wenn Du versuchen könntest für sie vielleicht etwas stärker zu sein. Du schaffst das ganz sicher. Lieben Gruss Andrea
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(3590)
Hi Cayenne, Andrea und -:)
Posted from 195.93.73.20 by Cayenne on July 17, 2003 at 18:56:02: In Reply to: Hi Cayenne, Andrea und -:) posted by Michi on July 15, 2003 at 21:47:46:
hallo michi,
wie schon gesagt, ich halte nicht viel von verdrängung. mir hat sie das leben nur erschwehrt. außerdem hatte ich mich völlig zurückgezogen. ich wollte keine leute treffen, wollte nichts von meinen freundinnen (über die neue haarfarbe, den letzten kinofilm oder die zeugnisse der kinder) hören. sämtliche alltagsdinge schienen mir plötzlich so banal. ich habe etwa ein jahr gebraucht, um wieder am wirklichen leben teilnehmen zu können. eine lange, relativ einsame zeit... vielleicht kannst du es besser machen. ich würde es dir von herzen wünschen. liebe grüße cayenne
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(3591)
@Michi
Posted from 141.35.193.154 by :-) on July 17, 2003 at 19:16:03: In Reply to: Hi Cayenne, Andrea und -:) posted by Michi on July 15, 2003 at 21:47:46:
.....gute Idee, jedoch auch da gilt es, richtig zu wählen: Psychologen sind wie Handwerker: Es gibt wenige gute ...und nie weiß man es vorher :-). Du solltest spüren, daß Du ihm/ihr vertrauen kannst und dass er/sie Dich und Dein Problem ernstnimmt; ansonsten: lauf!! - Dann solltest Du besser noch einen/mehrere andere konsultieren. Abgesehen davon kann Dir sicher ein jeder von ihnen ein (pflanzliches) Antidepressivum verschreiben, auch ohne die jeweils "guten Ratschläge" und/oder Therapievorschläge in Nachfolgesitzungen anzunehmen zu müssen.
LG, :-)
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(3668)
Hi Cayenne, Andrea und -:)
Posted from 80.128.149.134 by Marion on July 24, 2003 at 21:35:26: In Reply to: Hi Cayenne, Andrea und -:) posted by Cayenne on July 17, 2003 at 18:56:02:
Hallo Michi, mir geht es wie dir, ich habe im Oktober 2002 meine Mam verloren, sie starb an Krebs. Seitdem sind 9 Monate vergangen, und ich kann mich immer noch nicht damit abfinden, dass sie nicht mehr bei uns ist. Ich habe die letzten Monate, d.h. von einem Doktor, bzw. von einem Krankenhaus zum anderen mit ihr vollbracht. Wir waren immer so voller Zuversicht, doch leider hat die Krankheit über sie gesiegt. Sie fehlt mir so sehr. Immer wieder lese ich, wenn man die Verstorbenen nicht loslassen kann, finden sie im Jenseits keine Ruhe. Was soll ich tun??? Liebe Grüße, Marion
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(3688)
Hi Cayenne, Andrea und -:)
Posted from 213.23.204.83 by Ghee on July 26, 2003 at 02:18:52: In Reply to: Hi Cayenne, Andrea und -:) posted by Marion on July 24, 2003 at 21:35:26:
Hallo Marion,
>Immer wieder lese ich, wenn man die Verstorbenen nicht loslassen kann, finden sie im Jenseits keine Ruhe. Was soll ich tun??? Mit "loslassen" ist gemeint, Verständnis für die neue Situation aufzubringen. Seine eigenen Gefühle, die unzweifelhaft extrem schmerzvoll sind, zurückzunehmen und zu versuchen, die Seele in ihr nun neues Leben zu entlassen. Mit liebevollen Gedanken an sie zu denken und sich selbst zu sagen, dass man die Seele irgendwann wiedersehen wird und sie bis dahin halt "woanders" ist. Das bedeutet nicht, sie nicht mehr zu lieben oder nicht mehr an sie denken zu dürfen. Du darfst deine Mama vermissen und sie freut sich auch über jeden Gedanken, den du ihr schickst, antwortet dir vielleicht sogar und du nimmst es als kleinen Gedankenflug wahr, verbunden mit einem wohlig-warmen Gefühl des Umarmens? Festhalten hingegen bedeutet dauerhaft in seiner Trauer und in Selbstmitleid zu versinken, der Seele womöglich noch Vorwürfe zu machen, weil sie es "wagte" zu gehen (und ähnliche Gedanken). Das ist eine sehr egoistische Ausdrucksform der Liebe, die über einen längeren Zeitraum bindend auf die Seele wirken kann (nicht muß). Viel Kraft und alles Gute Ghee
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